09 April 2006

Wagner Mahler

Wagner hören heute läuft in den spannendsten Momenten darauf hinaus, in ihm die Späteren zu entdecken, insbesondere Schönberg. Einer aber bleibt in diesem Riesenwerk stumm, Gustav Mahler. Vielleicht müsste man diesen so durchforsten, dass er dasteht als schärfster Kritiker Wagners, als Schutzwald über ihm am nächstem bei ihm stehend. - Adorno hat nicht viele Vergleiche zwischen beiden angestellt. Nur zwei Stellen fügen sie nah zusammen: "Ähnlich wie Wagner träumt [Mahlers] Werk von scheinlosem, ernüchtertem, nicht verklärendem Komponieren." (AGS 13, S. 233) Die zweite Stelle verlässt schon Wagners Opern und Mahlers Symphonien: " Die Form dürfte der Begriff symphonischer Dialog treffen. So sprach Wagner von den Orchesterwerken, die er nach der Vollendung des Parsifal allein noch zu schreiben vorhatte; nicht unwahrscheinlich, dass der sehr belesene Mahler davon wusste und in dem Wagnerischen Projekt ein der eigenen Musik Verwandtes erkannte, nachdem diese einmal vom Formenkanon sich losgesagt hatte: Alfredo Casella hatte gegen Guido Adler recht, als er mit dem Lied von der Erde eine neue Phase Mahlers datierte." (AGS 13, S. 298-299)

2 Comments:

At 9:41 nachm., Blogger lala said...

Wenn einer während elf Jahren einen grossen Teil seiner Nahrung aus dem eigenen Garten zog und später drei Jahre als Gratis-Hauswart amtete, musste es wohl so kommen, dass er die Musik heute wie ein Gärtner oder gar Kleinförster pflegen will.

 
At 10:09 nachm., Blogger ur said...

Der lange Schluss von Mahlers Neunter Symphonie, so abgedroschen die Worte dastehen nun: unglaublich, was sich für eine neue Welt da auftut. Ich denke ans Jioli und wann wir erwachen dürfen.

 

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